Verstehen im Unterricht: Die Rolle von Phantasie und by Arno Combe, Ulrich Gebhard (auth.)

By Arno Combe, Ulrich Gebhard (auth.)

Wir müssen mehr über das Verstehen im Unterricht wissen. Im Zentrum steht die irritierende Eröffnung einer suchend-interpretierenden Erfahrungsbewegung. Wir beschreiben, wie sich in solchen Prozessen der Reichtum an Phantasieformen entfaltet und eine eigene Kraft entwickelt. Eine am Verstehen orientierte Interaktion im Unterricht braucht additionally Verweilräume für Phantasie und Erfahrung. Dass Phantasien in alltäglichen Erfahrungsprozessen - in der Kunst, in mußevollen oder auch kritischen Situationen des Lebens - ein durchaus produktive Rolle spielen, bezweifelt niemand. In diesem Buch wird die those entfaltet und an Fallbeispielen gezeigt, dass Phantasien auch in einem vergleichsweise zielorientiertem Unternehmen wie Unterricht ihre produktive Potenz entfalten können.

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Das Assoziieren ist ein Vorgang, bei dem diese Inbezugsetzung und dieser Austauschprozess inszeniert wird. Das heißt allerdings nicht, dass die Welt nur als Projek52 7 Phantasieformen – Versuch einer Systematisierung tionsfläche unserer Auffassungen und Wünsche gedacht werden kann. Ganz im Gegenteil: wir müssen den Gegenstand in seinem „Ansichsein“ spüren, wie Hegel (1970, Bd. ) sagt, damit die mit einer wichtigen Funktion beim Problemlösen betraute Assoziation erst zum Tragen kommt – in dem Moment nämlich, wo wir aufgrund einer nicht schnell einzugemeindenden Fremdheit an die Grenzen unseres Verstehens kommen.

Aber gelingende Anfänge zeichnen sich auch durch andere Momente der Annäherung aus: Es braucht „Andockpunkte“, nämlich innere Bilder und Phantasien. Denn genau genommen verhält es sich so: Es fängt an, nicht ich fange an. Ich komme dann erst dazu und nehme den Vorgang in meine Regie. Aber ganz so passiv, als bloßes Treibenlassen vom Gedankenstrom, ist dieses Anfangen nicht. „Ein in die Welt verteiltes Ich“, wie Paul Nizon sagt, ist auf den Wechsel der Blickwinkel und die Veränderung des Assoziationsfeldes verwiesen.

Selbstreflexion erfährt und auslegt, korrigiert (Brumlik 2006). Das ist durchaus als ein revolutionärer Bruch im Selbstver35 5 Phantasien als Abkömmlinge des Unbewussten ständnis des modernen Menschen anzusehen: Vernünftige und bewusste Überlegungen werden von nicht, zumindest nicht unmittelbar zugänglichen Motiven geleitet: von Trieben, Leidenschaften, Träumen und Phantasien. Ein wesentlicher Teil des Unbewussten macht das Verdrängte aus – ein Umstand, der das Dynamische, Anarchische und auch oft Schmerzhafte unbewusster Prozesse bedingt.

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