Soziologie der Zweierbeziehung: Eine Einführung by Karl Lenz

By Karl Lenz

Die Pluralisierung von Beziehungsformen macht eine Soziologie der Zweierbeziehung erforderlich, die sowohl Ehen wie auch nichteheliche Formen einbezieht. In dieser Einführung werden die bislang verstreuten Beiträge gebündelt, systematisiert und in einer (mikro-)soziologischen Perspektive verdichtet. In Unterscheidung zu einem individuumszentrierten Ansatz, wie er in der Psychologie und der Paartherapie verankert ist, werden Zweierbeziehungen in der culture von Georg Simmel, Alfred Schütz und Erving Goffman als ein genuin soziales Phänomen aufgefasst. Neben dem Forschungsprogramm einer Soziologie der Zweierbeziehung behandelt der Autor ausführlich den Phasenverlauf von Zweierbeziehungen, die Konstruktion einer Paar-Wirklichkeit und die Emotionen in Zweierbeziehungen.

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Fehlen von Sexualitat. Die Praxis sexueller Interaktion bzw. deren Moglichkeit ist fur eine Zweierbeziehung konstitntiv, wahrend Freundschaften keine Sexualitat aufweisen. a. durch das Hinzukommen sexuellen Austausches - eine Zweierbeziehung entsteht (vgl. auch Teil II, Kap. 1) oder aus einer gescheiterten Zweierbeziehung eine Freundschaft erwachst. Im Unterschied zu Freundschaften zeichnet sich - in unserem Kulturkreis - eine Zweierbeziehung durch einen hohen Anspruch auf Exklusivitat aus: Man kann - gleichzeitig - nur einen Ehemann oder festen Partner bzw.

1: Analysemo dell fur Zweierbeziehungen Auch wenn die personhche Beziehung von der Vorstellung der Einzigartigkeit der Beziehungspersonen ausgeht, kann eine soziologische Analyse dieses Konstruktionsprinzip nicht als Analysemaxime libemehmen. Es geht nicht um die Singularitat einer Zweierbeziehung, sondem um das Auffinden und Aufzeigen von sozialen Regelmdfiigkeiten, die sich hinter den Riicken der Beteiligten einstellen, oder - wie Jean-Claude Kaufinann (1994: 8) es formuHert - um "Tiefenstmkturen des ehelichen Gewebes".

Lenz/Funk 2005). Im Fachdiskurs wird vielfach aufeine Definition verzichtet. Was unter Sexualitat zu verstehen ist, scheint so evident zu sein, dass es keiner Definition bedarf Dieser Verzicht hat aber vielfach zur Folge, dass ein verengtes Verstandnis von Sexualitat zum Vorschein kommt oder unreflektiert fortgeschrieben wird. Eine Verengung liegt vor, wenn Sexualitat mit Koitus gleichgesetzt wird oder unterstellt wird, dass diese Aktivitaten in einem Orgasmus gipfeln miissen. Angemessen erscheint es vielmehr im Anschluss an Riidiger Lautmann (2002: 25), Sexualitat als „lustvolle Begegnung von Korpem" aufeufassen.

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