Die Feldpartitur: Multikodale Transkription von Videodaten by Christine Moritz

By Christine Moritz

Die Transkription mit dem approach der Feldpartitur ist von Bedeutung für alle mit Video arbeitenden qualitativen Forscherinnen und -forscher der Sozial- und Geisteswissenschaften. Neu am method ist die Bereitstellung eines Zwei-Achsen-Systems (einer "Partitur"), welches gemäß den Medieneigenschaften des Datentypus die einzelnen multikodalen Konstituenten eines video clips sowohl in ihrer Prozessualität wie Gleichzeitigkeit erfassen kann.

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Wenig-bewegte Ereignisse im Video werden – sofern sie gewohnt ablaufen – beim ersten Betrachten nicht oder nur unspezi¿sch wahrgenommen. Bewegte oder ungewohnte Ereignisse dahingegen – etwa das auffällige „Störverhalten“ eines Schülers, der die Handlungsroutinen eines Schulalltags unterbricht – zieht sofort die Aufmerksamkeit der betrachtenden Person (und der Lehrkraft im Video) auf sich. Die ausgewählten Wahrnehmungs-Gehalte gelangen bei diesem Prozess unterhalb der Bewusstseinsschwelle, „intuitiv“ in den Verstehenshorizont der Forschenden.

2005; Einfühlung: Curtis, Koch 2007. 42 Transkription von Videodaten des Betrachters oder seine „Bindung“ (nach Ulich, Mayring 1992; Ulich 1995) zu seinem Gegenstand. Videos evozieren mittels audiovisueller Kodes demnach nicht nur Vorstellungen, sondern auch subjektives Erleben beim Betrachten des Films. Indem Videos also „ihre“ aufgezeichneten Gegenstände, Situationen, Handlungen von Akteuren, den Vorrat der Kultur, auf eine spezi¿sche Weise und innerhalb spezi¿scher Rahmenbedingungen präsentieren, erzielen sie eine spezi¿sche kommunikative Wirkung, und werden auf nichtsprachliche Weise zur „Sprache“47.

Videogra¿ertes Welt-Abbild lässt sich also in der hier genannten zweiten Kategorie nicht mehr bloß technisch zum Zweck einer Realitäts-Protokollierung verstehen, sondern dieselben Abbilder werden inszeniert, und mit der Absicht wirkungsvoller Kommunikation für spezi¿sche Adressaten produziert und zur Wirkung gebracht48. In ausgeprägter Weise lässt sich dieser Vorgang rekonstruieren beim Werbe¿lm, der auf professionelle Weise kommerzielle Interessen erfolgreich verfolgt. In einer eher hintergründigen Weise lässt sich dieser Aspekt jedoch auch bei der Auswahl einer Schlüsselsequenz eines Forschers benennen, der (s)ein Phänomen ¿lmisch auf einer Tagung präsentieren und somit kommunizieren will (siehe hierzu etwa Kurt 2010).

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