Ausbildung, Studium und Elternschaft: Analysen und by Wiss. Beirat für Familienfragen, Irene Gerlach

By Wiss. Beirat für Familienfragen, Irene Gerlach

Die Frage der Vereinbarkeit von beruflicher Ausbildung bzw. Studium und Elternschaft sollte in der öffentlichen Diskussion den gleichen Rang einnehmen wie die Frage der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Elternschaft. In beiderlei Hinsicht ist politisches Handeln erforderlich, das sich gleichermaßen an der Sicherung des Wohlergehens und der Wohlfahrt der einzelnen Bürgerinnen und Bürger sowie an den wohlverstandenen Interessen des ganzen Gemeinwesens orientiert. Der Band zeigt auf, unter welchen Bedingungen junge Eltern in Ausbildung und Studium ihre Kinder aufziehen und welche Hilfeleistungen sie dabei in Anspruch nehmen können. Von dieser Bestandsaufnahme leitet er ab, wie die Optionen der Lebensgestaltung für junge Menschen – nicht zuletzt für Frauen – durch Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Bildung und Elternschaft erweitert werden können.

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Schon in der Kohorte der 1962-1971 geborenen Frauen lag der Schnitt bei 26 Jahren (Statistisches Bundesamt 2007a: 8) und könnte sogar noch leicht steigen, da ein Teil dieser Kohorte noch (erste) Kinder bekommen kann. Dabei gleicht sich das Alter Erstgebärender in Ost und West zunehmend an. Informationen über das tatsächliche Alter Erstgebärender sowie über die tatsächliche Anzahl der Kinder, die eine Frau geboren hat, können mit der amtlichen Statistik erst seit 2007 erhoben werden, da die Frauen seither im Mikrozensus gefragt werden, wie viele Kinder sie gebo- 28 Die Ausgangslage ren haben.

Diese Entwicklungen reflektieren somit sehr wahrscheinlich schwierige Abwägungsprozesse und schmerzhafte Entscheidungen, die bei einem zunehmenden Anteil der Betroffenen darin münden, die Elternschaft aufzugeben. Die Einschätzung vorhandener Optionen vor dem Hintergrund der Anforderungen befriedigender und „verantworteter Elternschaft“ (Kaufmann 1995: 42) und der strukturellen Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familientätigkeit und Erwerbstätigkeit beider Partner führen häufig zu einem immer weiteren Hinausschieben der Entscheidung für Kinder, das sich am Ende auch ohne bewusste Entscheidung als völliger Verzicht entpuppt (Huinink 1991; Kaufmann 1988).

Kinderlosigkeit steigt mit dem Bildungsgrad und ist in allen betrachteten Kohorten ohne Bildungsabschluss nur ungefähr halb so wahrscheinlich wie mit. Frauen ohne (Fach-)Hochschulabschluss sind deutlich seltener kinderlos als Hochschulabsolventinnen. Letztere weisen in der Kohorte der 40- bis 44-Jährigen mit 32,41 Prozent die höchste Kinderlosigkeit überhaupt auf. Dieser Anteil kann jedoch noch leicht sinken, da speziell Frauen dieser Kohorte mit höherem Bildungsabschluss noch Kinder bekommen könnten.

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