Aktivisten der Normalbiographie: Zur biographischen by Daniela Schiek

By Daniela Schiek

Folgt guy Studien zur Prekarisierung, beklagen unsicher Beschäftigte die fehlende Möglichkeit zur Lebensplanung und streben nach der Normalbiographie. Gleichzeitig gilt als Binsenweisheit, dass sich die Einzelnen längst von der Normalbiographie verabschiedet haben und diskontinuierliche „Patchworkbiographien“ leben (wollen). Daniela Schiek verbindet diese beiden Diskussionsstränge theoretisch wie empirisch; mittels biographischer Fallanalysen untersucht sie die gegenwärtige Relevanz, die die Normalbiographie durch prekäre Erwerbslagen erlangt. Im Ergebnis zeigt sich diese nicht als irgendeine und dabei vergangene biographische choice, sondern als Scharnier zwischen Individuum und Arbeitsgesellschaft: als Leben – das einzige, das Individuen kennen.

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Die „Gegenwartsschwelle“ die Sicht auf die Lebensgeschichte bestimmt, nennt Wolfram Fischer diese Schwelle „Interpretationspunkt“ (Fischer 1978: 319). Biographien sind also Synthetisierungen von Erfahrungen und bedeuten deshalb permanente Modifikationen. Solche Modifikationen können durch vorgezeichnete Abfolgen und soziale Typisierung verkleinert oder versteckt werden (vgl. ; Berger/Luckmann 2004: 174). Hierzu gehören neben standardisierten Übergängen wie in Form des Normallebenslaufes auch entwicklungspsychologische Übergänge (Kindheit, Jugend, Erwachsenen18 In den Theorien des Pragmatismus, des symbolischen Interaktionismus und der Phänomenologie wird der Daseinszusammenhang immer als rekonstruktiv und vorläufig verstanden (vgl.

Zeitlichkeit meint das konsequente Versehen und Erkennen aller Ereignisse und Handlungen mit Zeitpunkten oder 36 3 Zur Relevanz, Funktion und Veränderung von Biographie -spannen. Ebenso gehört hierzu eine Zeitordnung, bei der ein Ereignis als Folge eines anderen erscheint bzw. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpft sind (vgl. Mead 1987a: 341; Schmahl 1988; Schöps 1980; Neumann 1988) – was Kontinuität beschreibt. Eine lineare, in aufeinander folgende Zeiträume eingeteilte Zeitordnung gilt in Form von Schnellig-, Langsam- oder Pünktlichkeit nicht nur für die Struktur des Alltags, sondern auch für die Lebenszeit (vgl.

Warum sollte biographische Planungsunsicherheit ein Problem für Individuen sein und welche sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Relevanz kommt einer lebenszeitlichen Perspektive oder ihrem Verschwinden überhaupt zu? Diese Fragen stellen sich, wenn die Tragweiten und Mechanismen der Prekarisierung spezifiziert werden wollen. Sie stellen sich darüber hinaus, weil in der Soziologie eine Entwicklung biographischer Perspektiven diskutiert wird, bei der sich die Einzelnen längst von Planbarkeit, Kohärenz und Kontinuität verabschiedet haben oder diese heute anders generieren.

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